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Walgesang und Lärmangriff Weitere Nachrichten: Die European Coalition for Silent Oceans (ECSO) feiert einen weiteren Erfolg: Erstmals hat die UNO das Thema "Lärm im Ozean" in seine Agenda aufgenommen. Der Lärmpegel der Meere verdoppelt sich derzeit etwa alle 10 Jahre - mit negativen Auswirkungen insbesondere auf die sensiblen Wale und Delfine. Am 29.10.2005 veranstaltete die WDCS (Whales and Dolphin Conservation Society www.wdcs-de.org) im Hotel Bayrischer Hof in München eine große Wal-Gala mit prominenten Gästen, die sich dem Schutz der Wale verpflichtet haben. Das Thema 'Lärm in den Ozeanen' nahm dabei großen Raum ein. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Gäste in den Hotelpool gebeten, der vom Liquid Sound Team optisch und klanglich umgestaltet worden war. Mitgewirkt hatten Mark Fischer mit seinen Whalegraphs http://aguasonic.com, tnl mit stimmungsvollen Lightmotiv-Projektionen www.lightmotiv.net, Ortwin Klipp mit seiner 'Liquid' Fotoserie www.ortwinklipp.de und Akustische Systeme Thomas Lüttig mit dem Klangsäulen Sounderlebnis www.tl-raumklang.de. Das neue GEO Special "Kanarische Inseln" (2006) thematisiert in einem umfangreichen Artikel auch die Arbeit zum Schutz der Meerssäuger auf La Gomera. Als weiteren Schwerpunkt befasst sich der Artikel mit dem Problem der militärischen Sonargeräte, die für Wale eine große Gefahr darstellen und bereits mehrfach zu Massenstrandungen auf den Kanaren geführt haben. Der folgende Artikel aus "Waterview" (2003) informiert über Anlass und Inhalt der "Europäischen Kampagne für lärmfreie Ozeane", die inzwischen einen Teilerfolg errungen hat. Ein kalifornisches Gericht hat die Sonar-Tests der US Navy eingeschränkt. Auch die sanfteste Wasserwelt hat ihre finsteren Spiegel, und nichts
ist so schön und gut, dass es nur aus schönen und guten Nachrichten
besteht. Micky Remann, Liquid Sound® Entwickler, künstlerischer
Leiter der Toskana Therme und des Berliner Liquidrom, berichtet über
ein Militärprojekt, das die Klangwelt des Meeres bedroht - und was
wir dagegen tun können. |
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| Wohliges Schaukeln und Schweben im Wasser, perlende
Klänge im Ohr und die dankbar angenommene Einladung, die Sinne zu
streicheln, statt sie abzuschotten... So erlebt das Gesamtkunstwerk Mensch
das Gesamtkunstwerk Liquid Sound®, offen für alle,
die sich im Klangmedium Wasser tragen lassen, abgeschaut den Walen und
Delfinen, den Meistern der sinnlichen Sangeskunst in den sieben Weltmeeren. So lautet die Quintessenz, mit der das Liquid Sound® typische "Baden in Licht und Musik" bekannt wurde. Dort lässt sich am eigenen Leib erfahren, dass Schall unter Wasser auch bei zugehaltenen Ohren ins Gehör dringt, weil Körper und Knochen, unser ganzer wasserhaltiger Organismus, zum Resonanzkörper wird. Im Wasser spüren wir überdeutlich, dass wir schwingungsempfindliche Wesen sind, die auf angenehme, wie auf Misstöne sensibel reagieren. Unter Wasser Musik zu genießen ist eine Seite der Medaille; auf der anderen steht ein mehr als unsanftes Projekt, das die Meeresbewohner, besonders die hörempfindlichen Wale, an ihrem Lebensnerv trifft. Dazu eine Pressemeldung: "Wal-Sterben in Manövergebiet. Las Palmas (dpa). Bei den Kanarischen Inseln sind zwölf Wale tot an Land getrieben worden. Umweltschützer und die Regionalregierung machen die Nato, die in dem Seegebiet Marine-Manöver abhält, für den Tod verantwortlich. Nach ihrer Ansicht haben die von den Schiffen und U-Booten ausgehenden Schallwellen das Gehör der Wale beschädigt und den Tieren den Orientierungssinn genommen." (SZ, 26.09.2002). So sehr es schmerzt, es steht zu befürchten, dass solche Nachrichten keine Ausnahme bleiben. Die vermutete Ursache des Walsterbens ist ein neues System von niederfrequentem aktivem Sonar (Low Frequency Active Sonar = LFAS), mit dem sich die Seestreitkräfte - vorne weg die Nato - ausrüsten, um feindliche U-Boote auf große Distanzen aufzuspüren. Diese Schallwellen sind bis zu 240 Dezibel laut. Schon die Hälfte, vergleichbar einem startenden Düsenjet, gilt an Land als akut gesundheitsgefährdend. Welche Langzeitwirkungen LFAS auf das Leben im Wasser hat, auf das Verhalten der Wale und Delfine, auf die Reproduktionszyklen der Fische bis hin zum Stoffwechsel von Plankton, ist in sträflicher Weise unerforscht, und das wenige, höchst alarmierende, was an Kenntnissen vorliegt, wird ignoriert. Die Nato scheint entschlossen, alle "Nebenwirkungen" in Kauf zu nehmen, um ihr System einzusetzen. Wenn sie nicht gestoppt werden, können die Seestreitkräfte bald 4/5 der Meere mit LFAS abtasten und en passant ein Sterben riskieren, das den überwunden geglaubten Walfang in den Schatten stellt. Vor dem LFA-Sonar, der sich bis zu einer Fläche von 800.000 km2 ausdehnt, gibt es kein Entrinnen. Nach einem Manöver der US-Navy vor den Bahamas im März 2000 strandeten dort 17 Wale. Ein Zusammenhang wurde geleugnet, bis eine Autopsie der Hörorgane der Wale klare Beweise lieferte. Im März 1988 geriet ein Taucher versehentlich in die Nähe eines LFAS-Tests mit einem Schalldruck von 160 Dezibel und erlitt ein akutes Schädeltrauma. Erinnern Sie sich? Unter Wasser wird der ganze Körper zum Resonanzkörper, beim Menschen genau so wie beim Wal. Ein Gehörschutz, wie er bei Arbeiten mit dem Presslufthammer vorgeschrieben ist, lässt sich im Wasser nicht aufsetzen. Die Nähe zur natürlichen Klangwelt der Wale ist für viele, die mit Liquid Sound® Musikerfahrungen gemacht haben, eine Selbstverständlichkeit; sie können sich auch ausmalen, wie es sich anfühlt, wenn der zarte Schall im Wasser sich zur Belastung auswächst, zur Bedrohung, zur Waffe wird. Und sie sind in der Lage, Stellung zu beziehen gegen den haarsträubenden Lärmangriff in den Meeren. Auch ohne LFAS sorgen Motorboote, seismische Erkundungen und andere Lärmquellen für Dauerstress bei den vielen Ohren der Ozeane, mit deren "Stille" es nicht weit her ist. Ziel muss es sein, die akustische Umweltverschmutzung auf ein verträgliches Maß zu reduzieren, im Wasser genau so wie an Land. LFAS führt in die entgegen gesetzte Richtung, in eine Welt, die nicht mehr klingt, sondern nur noch dröhnt. Noch steckt das Projekt in den Kinderschuhen, aber die Öffentlichkeit wird allmählich wach. Auf dem Internationalen Kongress "Whalezone 02" in Zürich im Juli 2002 hat die US-Wissenschaftlerin Marsha Green einen aufrüttelnden Vortrag gehalten, die Veranstalter von der ASMS (Schutz der Meeressäuger-Schweiz) koordinieren eine weltweite Unterschriftenaktion. Diese Initiativen werden vom Netzwerk aus Liquid Sound® und Waterview nach Kräften unterstützt. Wir bitten unsere Partner und alle, die dem musischen Ozean verbunden sind, sich dem Protest anzuschließen. Die Petition gegen LFAS sowie weitere Informationen können auf unseren Websites bezogen werden. Wir wissen nicht, ob unsere Kraft und Kreativität gegen die Pläne der Militärs ankommt. Aber wir wissen, dass wir sie nicht tatenlos hinnehmen können. Nicht, wenn uns die Schönheit der Walgesänge etwas bedeutet. |
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Micky Remann Weitere Informationen: Marsha L. Green, PhD (Ocean Mammal Institute): |
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